Rohlingssünder

Kann sich noch jemand darüber aufregen, dass die Hersteller von Festplatten bei der Angabe der Kapazität nicht von 1024 (210), sondern von 1000 (103) Byte pro Kilobyte ausgehen? Dass man deshalb die Größenangaben mit dem Faktor 0,93 multiplizieren muss, um die reale Größe zu bekommen? Dass das überhaupt nichts mit dem Formatieren zu tun hat, wie die Hersteller gerne behaupten? Ich glaube nicht.

An dieser Stelle wäre die Verwendung von SI-Einheiten wirklich angebracht: Dort unterscheidet man zwischen einfaches Bytes und binary bytes, z.B KB versus KiB. Letzteres wird Kibibyte gesprochen. Eine Festplatte mit einer Kapazität von angeblichen 200 GB hat damit vielmehr 200 Milliarden Byte und schrumpft durch das Formatieren auf rund 186 GiB.

Ich kann mich wunderbar darüber aufregen, dass diese Praktiken auch bei DVD-Rohlingen eingesetzt werden. Auf eine DVD mit einer Kapazität von 4,7 GB [sic!] passen nur 4,37 GiB oder etwa 4482 MiB. Interessant ist daran, dass ein handelsüblicher ungetunter CD-Rohling laut Brennprogramm nominell eine Kapazität von 702 MiB hat. Natürlich könnte man einen Rohling mit 700 Millionen nicht-binären Bytes und 668 MiB als “700 MB CD-R” verkaufen. Warum macht das keiner? Wäre doch wenigstens einheitlich.

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