Kokain für alle

Bei Telepolis ist ein Artikel zum Kokainkonsum in Deutschland erschienen: Mal ganz unten, mal ganz oben, aber immer: Kokain. Zuerst denkt man, man sollte diesen Artikel besser nicht lesen, weil man mit Fachausdrücken bombadiert wird. Hier kann und sollte man aber ruhig weiterlesen, denn es handelt sich um eine “Polemik für mehr Langeweile”. Und polemisch geht es wirklich zu — so sehr, dass die Ergebnisse der Studie, die den Ausgangspunkt für den Artikel bildet, fast ins Lächerliche gezogen werden. Beispiel:

Glaubt man den Ergebnissen, müssen alle offiziellen Schätzungen über die Verbreitung des Pulvers über den Haufen geworfen werden. Die kleine Gruppe der Dauerkonsumenten jedenfalls ist selbst bei bester Beschaffenheit der Nasenscheidewand gar nicht in der Lage, diese Mengen von Koks zu konsumieren.

Dennoch ist das meine Lieblingspassage. Wir lernen weiterhin, dass jedes Jahr einen Kokain-Skandal brauche, wie man sich nach dessen Aufdeckung als Opfer am günstigsten verhält, um schon bald wieder in der Gunst des Publikums zu stehen und dass gar nicht unbedingt die Prominenten die Kokain-Phalanx bilden. Vielmehr ist “Kokain eine Droge, die quer durch alle Alters- und Einkommensschichten konsumiert wird.”

Die Zahlen passen hinten und vorne nicht mit den bisherigen Annahmen über Kokainkonsum zusammen. In Behörden und Universitäten ging man bisher davon aus, dass rund 0,8% der Bundesbürger gelegentlich Kokain nehmen. Am Rhein wären der Studie nach aber für die 128.000 danach in Frage kommenden Kokser täglich 16 Lines à 25 Milligramm fällig. Das ist ‘ne Menge.

Amüsante Lektüre zwischen zwei Lines.

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