Thunderbird zerstört Dateisystem nach Absturz

Ich weiß seit langem, dass Windows-Arbeitsbetriebssysteme wie NT, 2000 und XP empfindlicher auf einen Absturz reagieren als die frühem Werke im Stil eines 95, 98 oder ME. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass nach einem Absturz unter XP nur höchst selten die Festplatte beim Start mit ScanDisk überprüft werden muss.

Wenn allerdings etwas beschädigt wird, dann aber richtig. Vor ein paar Wochen habe ich neben der XP-Installation auf der zweiten Partition den RC1 von Vista installiert. Das ging auch noch ganz gut. Meine XP war durch irgendein Problem allerdings zerschossen, so dass ich es neuinstalliert habe. Mit diesem neuen, unbekannten XP auf einer anderen Platte konnte sich Vista nicht abfinden, so dass es ständig Überschneiden bei den Benutzerberechtigungen der Dateien gab. Ein Absturz in einem der beiden Systeme sämtliche Sicherheitsinformationen mit den Zugriffsregeln, den Access Control Lists (ACL), aller Dateien beschädigt. Zwar hat ScanDisk dann Standardberechtigungen gesetzt, aber damit fingen die Probleme erst an. Weil mir Vista eh nicht gefiel, habe ich es runtergeworfen und XP neuinstalliert. Die Dateien mit den fragwürdigen Sicherheitsinformationen habe ich ganz geschickt temporär auf eine FAT32-Partition kopiert und von dort zurück, weil das rekursive Setzen von Benutzer und Zugriffsrechten nicht so recht funktionierte, selbst nicht mit Windows-Programmen wie cacls oder icacls, die nur das zum Zweck hatten.

Vor ein paar Tagen ist Thunderbird zweimal nach dem Aufwecken aus dem Standby eingefroren. Ich dachte mir nichts böses dabei und habe neugestartet. Nach dem erneuten Starten enthielten jedoch einige Konten überhaupt keine Ordner mehr. Normalerweise legt Thunderbird die E-Mails eines Ordners nach dem UNIX-Standard mbox in einer Textdatei ab, Inbox enthält beispielsweise den kompletten Posteingang. Genau diese Datei war aber über 800 MiB groß, was mehr als dem 300-fachen der üblichen Größe meines Postfaches entspricht. Im gleichen Verzeichnis waren noch einige Dateien ohne Größenangabe und Erstellungs- und Änderungsdatum, da Teile des Dateisystems beschädigt waren. Ärgerlich ist, dass mein Backup einen Monat alt war und ein paar E-Mails jetzt verloren waren.

Mit der Wiederherstellung gelöschter Dateien hätte ich jedoch Erfahrung, dachte ich. Das bewährte R-Studio stürzte jedoch ab, wenn ich die betroffenen Ordner öffnete. Mit Recover My Files von GetData dauerte das Scannen der Festplatte mit knapp 75 GiB Speicherplatz fast neun Stunden, allerdings wurden dabei auch 430.000 Textdateien gefunden. Leider war nicht mehr der gesamte Posteingang in einer Datei vorhanden, sondern über etliche Fundstellen verteilt. Der Aufwand für die Rekonstruktion der verlorenen gegangenen E-Mails des letzten Monats war mir zu groß, so dass ich das Backup einspielte und nur ein paar E-Mails, die ich bei der kurzen Suche gefunden hatte, wiederherstellte.

Man kann es nicht oft genug sagen, und anscheinend muss man wirklich einige Male Lehrgeld zahlen: Regelmäßiges Backup zahlt sich aus, am besten täglich — und auf ein RAID-System

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