Blickkontakt an der Kasse

Ich kaufe ungern und nur im absoluten Notfall bei Penny ein. Ich kenne nur diese eine Filiale in der Nachbarschaft von innen, kann mir aber schwer vorstellen, dass andere Läden dieser Kette weniger vollgemüllt sind und gebildetere Kunden und freundlichere Verkäuferinnen und Verkäufer hat. Der absolute Notfall tritt etwa dann ein, wenn der Aldi-Markt samstags wegen Inventur schon um 16 Uhr schließt, ich um 16.05 Uhr vor der Tür stehe und unbedingt noch ein paar Dinge (auf dem Einkaufszettel: Mineralwasser, Brötchen, Fleisch, Flaschen zurückgeben) fürs Wochenende brauche. Ich muss schnell umdisponieren und entschließe mich allen bösen Vorahnungen zum Trotz mit meiner Tüte leerer Pfandflaschen über die Straße zu Penny zu gehen und dort die benötigten Dinge einzukaufen. Natürlich gibt es dort nur absolut ekliges stilles Wasser, was ich mir auf keinen Fall antun möchte. Weil es dort so vollgemüllt ist, verzichte ich auch auf den Kauf weiterer Artikel. Mein Einkaufszettel lautet jetzt Mineralwasser, Brötchen, Fleisch, Flaschen zurückgeben.

Zwar kann ein Supermarkt wenig für die Kundschaft, die dort üblichweise einkauft. Zwei Frauen, die es mit der Körperhygiene offensichtlich nicht so genau nehmen, stehen vor mir in der Schlange. Dieser Geruch ist einfach widerlich. Da ich nichts kaufe, halte ich meine Tüte mit den Flaschen in der Hand und habe keinen Warentrenner auf das Förderband gelegt, wozu denn auch. Als die übel riechenden, blödes Zeug quatschenden und nervigen Weiber vor mir endlich bezahlt und die Waren in die Original-Pennymarkttüte verstaut haben, zieht die Frau an der Kasse irgendeinen Artikel von der Kundin hinter mir über den Scanner. Auf mein freundliches aber bestimmtes “Moment, das ist nicht meins, ich hab nur Flaschen!” entgegnet sie “Das konnte ich nicht sehen.”. Anstatt diesen einen Artikel nun zu stornieren sagt diese B____ “Ich muss jetzt hier weitermachen.” und erfasst seelenruhig die folgenden Sachen, während ich wartend daneben stehe. Es ist natürlich zu viel verlangt, einmal kurz den nächsten Kunden anzusehen, nachdem sie mit ihren kleinen gierigen Fingern das Geld weggesteckt hat. In der entstehenden Verzögerung hätte ich mein besonderes Anliegen bestens vorbringen können. In allen anderen Supermärkten klappt das, nur bei Penny nicht. Meinetwegen braucht die Trulla mich auch nicht zu begrüßen, wenn ihr das zuwider sein sollte, aber Ansehen sollte doch wohl drin sein.

Ich möchte meinen Unmut über soviel Blödheit äußern, fange mit “Ja…” an, aber danach verschlägt es mir die Sprache. Ich würde gern durch die Anwendung von UZwGBw zum Ausdruck bringen, dass mir ihr Verhalten missfällt. Da ich kein Soldat mehr bin, lege ich mir alternativ schon eine einwandfreie Argumentation zurecht, verwerfe dann aber beide Pläne. Ich will mit dieser Schnepfe gar nicht diskutieren, weil sie es vermutlich nicht kann, schwachsinnige Argumente bringt und womöglich mir die Schuld für ihre eigene Unfähigkeit gibt. So macht diskutieren keinen Spaß, also lasse ich sie widerwillig gewähren. Alle Artikel sind jetzt endlich erfasst, die Kundin bezahlt. Ich stehe die ganze Zeit neben der Kasse. Während die Kassenfrau das Wechselgeld heraussucht, hält die Kundin ihr den Rücken frei: “Das konnte man wirklich nicht sehen.”. Sofort wäge ich wieder zwischen UZwGBw und Diskussion ab, komme aber zu dem gleichen Ergebnis. Ich habe jetzt richtig schlechte Laune und muss schnell aus diesem Proletenladen raus, bevor es doch noch zur Anwendung von UZwGBw kommt.

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