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shoppero ist gestartet

Nico Lumma hat Donnerstag über Twitter den Start von shoppero angekündigt.

Ein neues Social Network klingt erst einmal nicht weiter interessant, ist der Markt doch ge- (wenn nicht über-) sättigt. Wenn dann das Stichwort Online-Shopping hinzukommt, denke ich zuerst an Wer-findet-den-günstigsten-Preis-Portale, ergänzt um die oberhippe Möglichkeit Produktempfehlungen zu kommentieren, sich gegenseitig private Nachrichten zu schicken und am besten noch irgendeine Möglichkeit zum Anstubsen. Ein Mitglied andrängeln zu können fände ich toll.

Kommentieren kann man bei shoppero zwar indirekt, indem man eine Produktempfehlung “hilfreich” findet — davon abgesehen ist shoppero aber tatsächlich ein Portal. Im Gegensatz zu den bisherigen Diensten kann jedes Mitglied hier allerdings auch finanziell profitieren, da man an den Werbeeinnahmen beteiligt wird. Wenn die eigene Produktempfehlung beliebt ist und häufig aufgerufen wird, erhält man 20 % der dadurch entstandenen Einnahmen; es sind sogar 60 % Beteiligung an den Einnahmen durch eine Art Partnerprogramm möglich. Dazu schreibt man eine Empfehlung bei shoppero, verlinkt ein sogenanntes Adget in seinem Blog (oder anderswo) und schickt seine Leser zum Partner shoppero.

Ich habe keine Ahnung, wieviel Geld Google-AdSense-Anzeigen bringen, aber klugerweise sagen die FAQ klipp und klar, dass man mit shoppero nicht reich werden kann. Dennoch finde ich es eine schöne Idee, dass der eigene Aufwand belohnt wird.

Wer mehr darüber wissen möchte, liest am besten eine umfangreiche aber sehr gut verständliche Einführung bei paulinepauline und die ausführliche Erklärung im shoppero-Blog durch.

mymuesli.com macht mein Müsli

Schon am 30. April habe ich die Ankündigung per E-Mail bekommen, dass www.mymuesli.com ab jetzt online ist. Als ich bei deutsche startups das erste Mal von dieser Geschäftsidee gelesen habe, war ich begeistert. Ein Online-Shop, in dem ich mir mein eigenes Müsli bequem zusammenstellen kann — das fehlte echt noch. Ich esse gerne Müsli und kann mit den Kellog’s-Mischungen nur wenig anfangen. Die schmecken zwar lecker, besitzen aber kaum Nährwert. Eine Schüssel Corn Flakes hält bei mir ungefähr fünf Minuten vor, dann habe ich wieder Hunger.

Bei mymuesli.com kann man alle Bestandteile seines Müslis frei wählen und der Mischung in nahezu beliebiger Anzahl hinzufügen. Alle erstellten Mixe werden mit einer eindeutigen Kennung gespeichert, so dass das spätere Nachbestellen leicht fällt.

An die publikumswirksame Web-2.0-Komponente haben die Erfinder, die sich “die Jungs” nennen oder genannt werden, auch gedacht: Man kann Widgets mit der eindeutigen Müsli-ID in seinem Blog oder bei MySpace oder bei JoinR oder wo auch immer einbinden und andere von seinem Spezialmüsli überzeugen. Die Jungs bloggen selbst auch.

Ich muss zugeben, dass mich die Kosten für mein eigenes Müsli doch sehr erschreckt haben. Weiterhin gebe ich zu, dass ich kein Bio-Müsli kaufe und nur an die wesentlich günstigeren Preise aus dem Supermarkt gewöhnt bin. Die Basismischung gibt es zwar schon für 3,90 € — enthält aber auch nur (Hafer-)Flocken. Wenn ich das vorgefertigte “Apple Addict” wähle, zahle ich 7,65 € für 575g (entspricht 13,30 €/kg). Das ist natürlich kein Vergleich mit 1,49 € (oder wieviel auch immer) für 425g meiner bislang favorisierten Gourmet Flakes bei Aldi, aber Bio-Produkte sind eben einfach teurer. Vielleicht schmeckt das Müsli auch einfach so gut, dass es den höheren Preis mit Leichtigkeit wieder ausgleicht!?

Ich werde in den nächsten Tagen eine Mischung bestellen, ausgiebig testen und mein Verdikt formulieren. Schon vorher herumzunölen ist unfair und unprofessionell.

An den Alliterationen im Titel habe ich übrigens lange gefeilt.

Blickkontakt an der Kasse

Ich kaufe ungern und nur im absoluten Notfall bei Penny ein. Ich kenne nur diese eine Filiale in der Nachbarschaft von innen, kann mir aber schwer vorstellen, dass andere Läden dieser Kette weniger vollgemüllt sind und gebildetere Kunden und freundlichere Verkäuferinnen und Verkäufer hat. Der absolute Notfall tritt etwa dann ein, wenn der Aldi-Markt samstags wegen Inventur schon um 16 Uhr schließt, ich um 16.05 Uhr vor der Tür stehe und unbedingt noch ein paar Dinge (auf dem Einkaufszettel: Mineralwasser, Brötchen, Fleisch, Flaschen zurückgeben) fürs Wochenende brauche. Ich muss schnell umdisponieren und entschließe mich allen bösen Vorahnungen zum Trotz mit meiner Tüte leerer Pfandflaschen über die Straße zu Penny zu gehen und dort die benötigten Dinge einzukaufen. Natürlich gibt es dort nur absolut ekliges stilles Wasser, was ich mir auf keinen Fall antun möchte. Weil es dort so vollgemüllt ist, verzichte ich auch auf den Kauf weiterer Artikel. Mein Einkaufszettel lautet jetzt Mineralwasser, Brötchen, Fleisch, Flaschen zurückgeben.

Zwar kann ein Supermarkt wenig für die Kundschaft, die dort üblichweise einkauft. Zwei Frauen, die es mit der Körperhygiene offensichtlich nicht so genau nehmen, stehen vor mir in der Schlange. Dieser Geruch ist einfach widerlich. Da ich nichts kaufe, halte ich meine Tüte mit den Flaschen in der Hand und habe keinen Warentrenner auf das Förderband gelegt, wozu denn auch. Als die übel riechenden, blödes Zeug quatschenden und nervigen Weiber vor mir endlich bezahlt und die Waren in die Original-Pennymarkttüte verstaut haben, zieht die Frau an der Kasse irgendeinen Artikel von der Kundin hinter mir über den Scanner. Auf mein freundliches aber bestimmtes “Moment, das ist nicht meins, ich hab nur Flaschen!” entgegnet sie “Das konnte ich nicht sehen.”. Anstatt diesen einen Artikel nun zu stornieren sagt diese B____ “Ich muss jetzt hier weitermachen.” und erfasst seelenruhig die folgenden Sachen, während ich wartend daneben stehe. Es ist natürlich zu viel verlangt, einmal kurz den nächsten Kunden anzusehen, nachdem sie mit ihren kleinen gierigen Fingern das Geld weggesteckt hat. In der entstehenden Verzögerung hätte ich mein besonderes Anliegen bestens vorbringen können. In allen anderen Supermärkten klappt das, nur bei Penny nicht. Meinetwegen braucht die Trulla mich auch nicht zu begrüßen, wenn ihr das zuwider sein sollte, aber Ansehen sollte doch wohl drin sein.

Ich möchte meinen Unmut über soviel Blödheit äußern, fange mit “Ja…” an, aber danach verschlägt es mir die Sprache. Ich würde gern durch die Anwendung von UZwGBw zum Ausdruck bringen, dass mir ihr Verhalten missfällt. Da ich kein Soldat mehr bin, lege ich mir alternativ schon eine einwandfreie Argumentation zurecht, verwerfe dann aber beide Pläne. Ich will mit dieser Schnepfe gar nicht diskutieren, weil sie es vermutlich nicht kann, schwachsinnige Argumente bringt und womöglich mir die Schuld für ihre eigene Unfähigkeit gibt. So macht diskutieren keinen Spaß, also lasse ich sie widerwillig gewähren. Alle Artikel sind jetzt endlich erfasst, die Kundin bezahlt. Ich stehe die ganze Zeit neben der Kasse. Während die Kassenfrau das Wechselgeld heraussucht, hält die Kundin ihr den Rücken frei: “Das konnte man wirklich nicht sehen.”. Sofort wäge ich wieder zwischen UZwGBw und Diskussion ab, komme aber zu dem gleichen Ergebnis. Ich habe jetzt richtig schlechte Laune und muss schnell aus diesem Proletenladen raus, bevor es doch noch zur Anwendung von UZwGBw kommt.