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beinFREIHEIT

Esprit denkt, ich interessiere mich für Frauen in kurzen Hosen. Ja, das stimmt zwar, aber nicht so:

Esprit Newsletter: beinFREIHEIT

In jeder dieser per E-Mail verschickten Ankündigungen sieht man immer nur den Reiter mit der Damenmode, obwohl ich bei Esprit häufig und ausschließlich Herrenmode kaufe. Durch die Damenabteilung schlendere ich auch nicht überdurchschnittlich oft oder lange. Diese Vorschau sieht zwar hübsch aus, mehr habe ich davon aber nicht.

Wie man Customer Relationship Management besser machen kann, zeigt Mister Wong. Die Marketingabteilung von Esprit sollte aber besser nicht bei Karstadt oder Amazon um Rat fragen, denn dort ist man auch ratlos.

Meine Wahl fiele übrigens auf die Dame unten in der Mitte.

Männersache

In der Verpackung des After Shave findet man ab jetzt Beipackzettel, zumindest bei “Milder Balsam” von Nivea. Eine Bedienungsanleitung oder Hinweise zu Risiken und Nebenwirkungen bei oralem Konsum sind zwar leider immer noch nicht abgedruckt, dafür finden sich aber wertvolle Erklärungen zur Produktpalette. Ich könnte auch einfach Werbeblatt dazu sagen.

Die übersichtliche Darstellung finde ich ganz praktisch, um mal einen Überblick zu bekommen. Im Supermarkt stehen auf endlosen laufenden Metern die kleinen Packungen aneinandergereiht und natürlich hat jeder ernstzunehmende Hersteller mindestens drei Produktlinien. Nicht etwa aus Marketinggründen, sondern mit feinen Unterschieden. Sich hier zurecht zu finden ist nahezu aussichtslos. Im Supermarkt kann man es von vorneherein vergessen und greift sich je nach Gefühlslage am besten die Packung mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis, dem coolsten Namen oder dem strengsten Geruch.

Die Lage ist aber nicht aussichtslos. Schließlich gibt es den Nivea Konfigurator unter der absolut männlichen Adresse www.nivea.de/maenner (*grunz*). Es öffnet sich mit ein Popup mit einem sogenannten Interface, das an Bedienpulte von Maschinen erinnern soll. 2000 musste jeder Grafiker so ein Ding mit mindestens 100 Ebenen in Photoshop gebastelt und auf seiner Homepage eingebaut haben, wenn er akzeptiert werden wollte. Selbstverständlich macht dieses Interface Geräusche wie bei einer Mechanik und ein Ein-/Aus-Schalter ist auch vorhanden.


Nivea Konfigurator

Diese Geräusche gehen mir zwar nach 10 Sekunden schon wieder auf die Nerven, aber z.B. Drehschalter und Kulissenschaltung als Bedienelemente gefallen mir sehr. Nach aufwändigen Berechnungen konnte der Konfigurator meine optimale Pflegemittelkonfiguration ermitteln.

Wie sieht es bei euch aus, habt ihr über den Konfigurator ein neues Setup gefunden?

Mixed Tape 17 ist da

Wozu abonniere ich eigentlich den Newsletter, wenn die Ankündigung des neuesten Mercedes-Benz Mixed Tapes erst am nächsten Tag kommt? Wie soll ich den A-Blogger werden, wenn ich darüber nicht als erster berichten kann?

An dieser Stelle danke ich dem unbekannten Besucher, der vorgestern über die Suchanfrage “mixed tape 17″ (oder so ähnlich) den Beitrag über meine archivierten Mixed Tapes gefunden hat. Weil die Nummer 16 schon seit etwa zehn Wochen online ist, habe ich die letzten Tage Brute-Force-artig die Website aufgerufen. Heute mit Erfolg.

Einen Vorteil hat der heimliche Start aber: Weil noch kein Ansturm stattfindet, sind die Downloadserver (noch) nicht überlastet und man bekommt die Dateien sofort ausgeliefert. Dennoch werde ich das Archiv um die aktuelle Version ergänzen — der Upload läuft gerade.

An dieser Stelle würde ich jetzt gerne den Text zu den diesmal vertretenen Künstlern zitieren, was aber nicht möglich ist, da ja noch keine E-Mail verschickt wurde. Reingehört habe ich bislang auch noch nicht richtig, allerdings läuft der Stream gerade — klingt wirklich sehr angenehm und ist hochgradig entspannend. Puh…

Linktausch nur 20 EUR (pro Monat)

Eher durch Zufall habe ich bei admartinator.de einen Beitrag über “Werbung in Blogs” gelesen. Über Werbung im Internet und speziell in Blogs kann jeder seine eigene Meinung haben — darum soll es jetzt auch gar nicht gehen. Diese Diskussion passt ohnehin thematisch viel besser in ads Beitrag.

Als Beispiel für offensives (Selbst-)Werben nennt er die Betreiber von stereopoly.de, einem Blog über “Web & Gadgets”. Im Blog finden sich einige Werbeanzeigen, die optisch noch relativ unauffälig sind. Über die thematische Ausrichtung dieser Anzeigen kann man streiten — will ich jetzt aber nicht. Schlimmer als die Anzeigen finde ich die Selbstvermarktung, die nicht mehr auf Mundpropaganda und das Werben neuer Besucher abzielt, sondern auf reines Geldverdienen.

Ich habe in den Kommentaren kurz erwähnt, dass ich von stereopoly.de ein meiner Meinung nach völlig überteuertes Angebot für einen Linktausch bekommen habe. Weil ich durch diesen Teaser geschickt Aufmerksamkeit erzeugt habe, befriedige ich gerne das entstandene Interesse an diesem Programm.

Am 19.12.2006 habe ich von Axel Dittmann, Betreiber von stereopoly.de, folgende E-Mail bekommen:

Betreff: stereopoly feat. 71grad.de ? =)
Von: Axel Dittmann

Hey Lennard!
Dickes Lob erstmal für deine Seite. Gefällt mir! Ich weiß nicht, ob du schon mal von dem Google PageRank gehört hast? Dieser bestimmt die “Wichtigkeit”, wie es Google nennt, bei der Suche nach Seiten. Hierbei steigt die Chance dich über Google zu finden, wenn Seiten mit einem höheren PageRank auf dich verlinken. Das ist das Prinzip der Suchmaschinenoptimierung.

Derzeit hast du einen Pagerank von 2, der kleinsten Stufe (Das kannst du wunderbar mit der GoogleToolbar von Firefox nachschauen). Erhöhen kannst du also die Relevanz deiner Seite bei der Goolge-Suche, wenn Seiten mit höherem Pagerank auf deine Seite verlinken. Das bedeutet natürlich: Mehr User. In dem Zusammenhang, da mir deine Seite echt zusagt, wollte ich fragen, was du davon hältst, wenn wir von stereopoly.de mit einem Pagerank von derzeit 3 auf dich mit einem netten Link verweisen. Um dies zu verwirklichen müssen wir alles natürlich durch verschiede Optimierungen durchjagen.

Da die Welt nicht kostenlos ist, so schade es ist, würden wir dir zu einem Preis von 20 Euro pro Monat “Entschädigung” wollen wir es mal nennen, gerne diese Suchmaschinenoptimierung anbieten ;) Was denkst du? Ich denke es würde sich lohnen, da deine Seite sicher ein paar mehr User verdient hat. Würde mich über eine baldige Antwort von dir freuen.

Liebe Grüße
Axel

[…]

Abgesehen davon, dass ich Linktausch als reines Mittel zum Zweck (PageRank erhöhen, keine inhaltliche Überschneidung) sowieso uncool finde, würde ich dafür niemals 20 EUR bezahlen. Pro Monat. Da hörts doch echt auf.

Meine Antwort:

Betreff: Re: stereopoly feat. 71grad.de ? =)
Von: Lennard Timm

Hallo Axel,

vielen Dank für das Kompliment! Vom Page Rank habe ich gehört und weiß, dass ich momentan auf Rang 2 stehe. Ich war allerdings bereits auf Rang 3 und werde diese Position wieder erreichen, sofern ich regelmäßiger als zuletzt Beiträge veröffentliche.

Für dein Angebot der SEO danke ich dir, aber ich bin daran nicht interessiert. Zugegebnermaßen habe ich davon keine Ahnung und weiß nicht im geringsten, wie sich der Page Rank berechnet, allerdings bezweifle ich, dass ein Link von einer Page-Rank-3-Seite auf eine Page-Rank-2-Seite einen großen Schub für letztere bedeutet. Bestenfalls lässt sich vermutlich ebenfalls ein Page Rank von 3 erreichen. Diesen kann ich eben relativ leicht selbst erreichen.

Die Aufwandsentschädigung für das Setzen des Links plus Tipps zur Optimierung meiner Seite (was für SEO nötig ist) in Höhe von monatlich 20 € halte ich etwas sehr hoch, um ganz ehrlich zu sein. Wenn dir meine Seite zusagt, dann kannst du selbstverständlich einen Link setzen, ich freue mich natürlich darüber. Nur blogge ich aus purem Vergnügen ohne finanziellen Anreiz, so dass viele Besucher zwar aus langjähriger Webmastererfahrung schön sind, mir diese spezielle Maßnahme der Optimierung aber unnötig erscheint.

Viele Grüße
Lennard

Kommentare?

Neue Nachricht bei JoinR

Kleiner Fehler, große Wirkung: Durch einen fehlenden Punkt irgendwo in der Konfigurationsdatei ihres neu aufgesetzten Mailservers hat JoinR mir eine Benachrichtung geschickt, in der neben dem an mich gerichteteten Text genau 2098 weitere E-Mail-Header standen. Diese enthielten neben verschiedenen Betreffzeilen wie “Neue Nachricht” (mit 1780 Vorkommen auf Platz 1), “Registrierung bei JoinR” (260 Vorkommen) und “Passwort vergessen” (58 Vorkommen) eben auch die E-Mail-Adressen von 2098 weiteren Mitgliedern.

Philipp, einer der Gründer des MySpace-Äquivalents (was jetzt nicht negativ gemeint ist), hat bei Mario, auch betroffen, selbst erklärt, was schiefgelaufen ist.

Bietet jemand mehr als 2098 Adressen?

(Ein abschließender Hinweis: Ich habe selbstverständlich überhaupt kein Interesse an der kommerziellen Verbreitung der E-Mail-Adressen.)

Designed by Madonna

Eine tödliche Mischung aus Langeweile, Neugier und Wissen-wollen-was-frau-jetzt-so-trägt haben mich dazu gebracht, mir die Madonna-Kollektion auf der Website von H&M anzusehen. Um in einer Filiale zwischen den Kleiderständern umherzuschleichen reichte die Lethalität dann doch nicht aus.

H&M haben eine waschechte Poser-Website: Alles in Flash, alles ganz hübsch anzusehen, aber null Informationen und ätzend langsam.

Die Madonna-Microsite — wenn man sie so nennen kann — zeigt eine weitläufige grellweiße Halle, in der auf einem Podest Madonnas Kreativarbeitsplatz steht; etwas entfernt davon sitzt ihre Sekretärin an einem Schreibtisch und bedient zwei MacBooks gleichzeitig. So einer Poserin.

Zur Anprobe der Kollektion gelangt man, wenn man durch Schiebetür links neben diesem Arbeitsplatz geht. Wir sehen einen schicken begehbaren Kleiderschrank in Nussholz, einen Torso und die uns bereits bekannte Sekretärin. Sie steht aber nicht einfach nur dekorativ da, sondern hat einen Auftrag. Wenn der Torso das nächste Kleidungsstück zeigen soll, bringt sie ihn durch magische Madonnakraft und ihren abwertenden Blick in Rotation, wodurch das aktuell gezeigte Kleidungsstück in das neue übergeht. Der absolute Wahnsinn. Wie macht sie das nur?

Designed by Madonna bei H&M

Diese Idee, die stilvolle, moderne Gestaltung und die Umsetzung gefallen mir tatsächlich ganz gut, abgesehen von der Geschwindigkeit, mit der die Aktionen ablaufen. Mein Fazit wäre nicht komplett, würde ich nicht auch noch auf die Klamotten eingehen. Dank langjähriger Erfahrung mit Klatsch-Blogs, Berichten im Radio und nicht zuletzt Madonnas Mitwirken im Bond-Film “Stirb an einem anderen Tag” kann ich ruhigen Gewissens sagen: “Designed by Madonna” kommt hin.

Post von Oddcast

Völlig unerwartet habe ich eine E-Mail aus der Marketing-Abteilung von Oddcast, Inc. erhalten. Anfang des Monats habe ich bei Technorati eine Anzeige für SitePal, einen Vorlesedienst für beliebigen Text, gesehen und darüber berichtet. Eine Mitarbeiterin hat meinen Eintrag gefunden und bietet mir eine kostenlose sechsmonatige Gold-Mitgliedschaft an. Die freundliche Mitarbeiterin heißt Kristina und entschuldigt sich eingangs sogar dafür, auf englisch schreiben zu müssen, da sie leider kein deutsch spricht.

Ich könnte mit dem Testkonto monatlich 15.000 Beiträge ausliefern lassen und mir dabei aus 100 Hintergrundbildern und 40 fertigen Köpfen meinen Wunsch-Blogvorleser zusammenbasteln.

Beeindruckend ist, dass ich tatsächlich überlegt habe, das Angebot anzunehmen, nur weil es eine kostenlose Gold-Mitgliedschaft ist. Ich habe allerdings keine Verwendung für die Umwandlung von Text zu Sprache in meinem Blog, wobei ich zugeben muss, dass allein schon das Herumspielen damit riesigen Spaß bringt. Es werden zwar momentan 13 Sprachen unterstützt, jedoch scheint davon Englisch am weitesten entwickelt zu sein. Wenn man einen Absatz von der gleichen Seite vorlesen lässt, sind Betonungen und Zäsuren perfekt, anders als etwa bei beliebigen deutschen Sätzen. Das bedeutendste Argument gegen die Verwendung von SitePal ist allerdings, dass es einfach nicht zu meinem Blog passt.

Schwere Post von Mercedes-Benz

Gestern habe ich mit der Post einen dicken Umschlag von Mercedes-Benz bekommen. Was ist denn das? Ich war mir keiner Schuld bewusst.

Der Grund ist ganz einfach: Ich habe vor einiger Zeit von den Mixed Tapes erfahren und bin darüber auch auf die Vorstellung der neuen B-Klasse gestoßen. Dort konnte man sich kostenlos Musik herunterladen, musste sich dafür aber anmelden. Ganz naiv habe ich mir dabei nichts böses gedacht, es hätte ja auch sein können, dass Mercedes-Benz vermeiden will, dass Leute beim Schlüsselreiz “MP3 kostenlos” erstmal herunterladen und dann nachdenken.

Wie dem auch sei, gestern habe ich jedenfalls eine äußerst clever gestaltete Werbebroschüre bekommen, bei der man zum Beispiel durchsichtige und nur mit Sitzplätzen gedruckte Seiten umblättert und dadurch sieht, welche Kombinationsmöglichkeiten man im Innenraum hat. Oder man sieht durch Herausziehen einer langen und geschickt gefalteten Seite eine Rundumansicht der B-Klasse — eine Art Daumenkino.

Verantwortlich für die Website ist die Werbeagentur Scholz & Volkmer. Woher die Broschüre stammt konnte ich leider nicht herausfinden.

Obwohl Mercedes und die B-Klasse nicht meine automobilen Favoriten sind, habe ich mit der Broschüre einge Minuten herumgespielt und mich mit der Marke beschäftigt. Gut gemacht Mercedes-Benz, Ziel erreicht!